Inhaltsverzeichnis
- Warum eine umfangreiche Mappe noch keine überzeugende Mappe ist
- Wie du Schwächen erkennst und deine Bewerbungsmappe verbesserst
- Warum unser Mappenkurs deine Chancen erhöht
- Häufige Fragen zu abgelehnten und schwachen Bewerbungsmappen
Warum eine umfangreiche Mappe noch keine überzeugende Mappe ist
Auf einem großen Tisch liegen zwanzig Arbeiten. Einige sind aufwendig koloriert, andere bestehen aus Bleistiftzeichnungen, Fotografien oder digitalen Entwürfen. Für jede Arbeit gibt es eine Erklärung. Manche Blätter haben mehrere Tage gebraucht. Andere gehören zu den persönlichen Lieblingsbildern. Trotzdem entsteht beim Durchsehen kein klares Bild davon, für welchen Studiengang diese Mappe gedacht ist und was die Person hinter den Arbeiten wirklich interessiert.
Diese Situation begegnet uns in der Mappenvorbereitung häufig. Die einzelnen Arbeiten sind nicht unbedingt schlecht. Das eigentliche Problem liegt zwischen den Arbeiten. Es fehlt eine erkennbare Richtung. Die Mappe zeigt Beschäftigung, aber noch keine klare gestalterische Haltung. Sie enthält Ergebnisse, aber kaum Entwicklung. Sie zeigt viele Techniken, beantwortet jedoch nicht die Frage, weshalb gerade diese Person für den gewünschten Studiengang geeignet sein könnte.
Eine Bewerbungsmappe ist deshalb keine Sammlung der besten Bilder aus den vergangenen Jahren. Sie ist eine kuratierte Auswahl, die Interessen, Fähigkeiten, Beobachtung und Entwicklung sichtbar macht. Das Wort „Auswahl“ ist dabei entscheidend. Nicht jede gelungene Zeichnung gehört automatisch hinein. Ein realistisches Porträt kann technisch überzeugend sein, aber für eine Produktdesignbewerbung wenig aussagen, wenn die restliche Mappe weder Objektverständnis noch Funktion, Konstruktion oder Nutzung erkennen lässt.
Viele Bewerber:innen arbeiten nach dem Prinzip: Je mehr unterschiedliche Techniken ich zeige, desto vielseitiger wirke ich. Dann stehen Aquarell, Fotografie, Kohle, digitale Illustration, Collage, Modell und Bleistiftzeichnung nebeneinander. Vielfalt kann wertvoll sein. Ohne inhaltliche Verbindung wirkt sie jedoch schnell wie ein schulischer Querschnitt. Die Kommission erkennt dann, dass jemand vieles ausprobiert hat, aber nicht unbedingt, wie diese Versuche mit dem Studienwunsch zusammenhängen.
Auch technisch gute Arbeiten können eine Mappe schwächen, wenn sie austauschbar bleiben. Dazu gehören häufig Motive, die vor allem aus Tutorials, sozialen Medien oder standardisierten Zeichenübungen bekannt sind: das detaillierte Auge, der fotorealistische Mund, das Tierporträt, die Handstudie oder der Turnschuh ohne weitere Untersuchung. Solche Arbeiten können Grundlagen zeigen. Werden sie jedoch ohne eigene Fragestellung präsentiert, erzählen sie wenig über gestalterisches Denken.
Das zentrale Problem lautet nicht, dass diese Motive grundsätzlich verboten wären. Entscheidend ist, was damit geschieht. Eine Handstudie kann sehr interessant werden, wenn sie Teil einer Untersuchung zu Griffen, Werkzeugen oder Bedienung ist. Ein Turnschuh kann für Produktdesign relevant werden, wenn Material, Konstruktion, Ergonomie und Varianten erforscht werden. Eine Tierzeichnung kann für Illustration stark sein, wenn daraus Charakter, Handlung oder eine visuelle Erzählung entsteht. Erst die Auseinandersetzung macht aus einem Motiv eine mappenfähige Arbeit.
Eine weitere Schwäche entsteht, wenn eine Mappe nur fertige Oberflächen zeigt. Alles ist sauber ausgearbeitet, doch Skizzen, Varianten und Entscheidungen fehlen. Damit bleibt unsichtbar, wie eine Idee entstanden ist. Gerade in gestalterischen Studiengängen ist der Weg häufig genauso aufschlussreich wie das Ergebnis. Eine Kommission möchte erkennen können, ob jemand beobachten, untersuchen, verwerfen und weiterentwickeln kann.
Das bedeutet nicht, dass jede Mappe mit beliebigen Prozessseiten gefüllt werden sollte. Auch Prozesse brauchen Auswahl. Drei aussagekräftige Varianten sind oft stärker als zwanzig nahezu identische Skizzen. Eine gute Prozessdarstellung zeigt einen gedanklichen Fortschritt: Ausgangsbeobachtung, erste Ansätze, Veränderung, Entscheidung und überzeugende Lösung. Sie beweist, dass ein Ergebnis nicht zufällig entstanden ist.
Besonders deutlich wird das bei Produktdesign. Ein gezeichneter Anspitzer kann zunächst unscheinbar wirken. Als reine Konturzeichnung bleibt er tatsächlich begrenzt. Wird das Objekt jedoch untersucht, verändert sich die Qualität: Wie ist der Körper konstruiert? Wo wird der Stift geführt? Wie sitzt die Klinge? Welche Rolle spielen Material, Griff, Öffnung und Winkel? Wie könnte die Form verbessert oder für eine andere Nutzung weiterentwickelt werden?
Damit wird aus einer einfachen Zeichenübung eine gestalterische Untersuchung. Genau diese Fähigkeit ist für eine Bewerbungsmappe im Produktdesign relevant. Es geht nicht darum, nur komplizierte Produkte zu zeigen. Entscheidend ist, ob ein Objekt verstanden und zeichnerisch nachvollziehbar dargestellt wird.
Ähnlich verhält es sich bei Transportation Design. Ein Concept Car mit aufwendigen Felgen, aggressiven Scheinwerfern und vielen Effekten kann auf den ersten Blick spektakulär wirken. Wenn Radstand, Perspektive und Fahrzeugvolumen nicht stimmen, bleibt die Darstellung jedoch oberflächlich. Eine reduzierte Skizze kann stärker sein, wenn sie eine klare Silhouette, gute Proportionen und eine nachvollziehbare Designidee zeigt.
Diese beiden Beispiele verbinden den Schwerpunkt dieser Woche: Nicht die Menge der Details entscheidet, sondern das Verständnis. Beim Anspitzer muss die Funktion lesbar werden. Beim Concept Car müssen Proportion und Formidee tragen. Für die gesamte Mappe gilt dasselbe. Sie sollte nicht nur zeigen, dass jemand Bilder produzieren kann. Sie sollte sichtbar machen, wie diese Person denkt.
Ein weiterer häufiger Grund für schwache Mappen ist fehlender Studiengangsbezug. Manche Bewerber:innen nutzen dieselbe Mappe für Architektur, Kommunikationsdesign, Illustration und Produktdesign. Das spart zunächst Arbeit, ignoriert aber, dass die Fachrichtungen unterschiedliche Fragen stellen. Architektur interessiert sich unter anderem für Raum, Maßstab, Struktur und Beobachtung. Illustration braucht Bildidee, Erzählung und eigene Bildsprache. Kommunikationsdesign verlangt visuelle Systeme, Botschaft und mediale Anwendung. Produktdesign fragt nach Objekt, Funktion, Material und Nutzung.
Natürlich gibt es Überschneidungen. Zeichnerische Grundlagen können in mehreren Studiengängen wichtig sein. Eine gute Beobachtung ist fast überall wertvoll. Trotzdem sollte die Auswahl zeigen, dass du dich mit dem konkreten Fach beschäftigt hast. Eine allgemeine Kunstmappe ist nicht automatisch eine gute Designmappe. Eine Sammlung schöner Autozeichnungen ist noch keine überzeugende Transportation-Design-Mappe.
Hinzu kommt die Reihenfolge. Selbst gute Arbeiten verlieren an Wirkung, wenn die Dramaturgie der Mappe unklar ist. Fünf ähnliche Zeichnungen direkt hintereinander ermüden. Ein starker Anfang, gefolgt von deutlich schwächeren Arbeiten, lässt die Qualität absinken. Eine gute Mappe braucht Rhythmus: Einstieg, Vertiefung, Variation, Schwerpunkt und Abschluss. Die Reihenfolge sollte Orientierung schaffen, nicht nur Chronologie abbilden.
Auch formale Fehler dürfen nicht unterschätzt werden. Falsche Dateiformate, schlechte Fotografien, unleserliche Beschriftungen, eine überladene Gestaltung oder eine Missachtung der geforderten Anzahl können eine ansonsten gute Bewerbung schwächen. Anforderungen unterscheiden sich nach Hochschule und Studiengang. Deshalb muss jede Bewerbung aktuell und individuell geprüft werden. Was an einer Hochschule ausdrücklich erwünscht ist, kann bei einer anderen irrelevant oder formal ungeeignet sein.
Wer verstehen möchte, warum Bewerbungsmappe scheitern, sollte daher nicht nur einzelne Zeichnungen bewerten. Die gesamte Kommunikation der Mappe zählt:
- Wird der gewünschte Studiengang erkennbar?
- Zeigen die Arbeiten eigene Beobachtung und Entwicklung?
- Gibt es mehr als dekorative Endergebnisse?
- Sind Auswahl, Reihenfolge und Präsentation nachvollziehbar?
- Wurden die aktuellen Anforderungen der Hochschule eingehalten?
Diese fünf Fragen liefern noch keine fertige Mappe. Sie zeigen aber, wo eine ernsthafte Analyse beginnen sollte.
Wie du Schwächen erkennst und deine Bewerbungsmappe verbesserst
Die schwierigste Person für eine objektive Mappenkorrektur bist häufig du selbst. Du kennst die Entstehung jeder Arbeit, erinnerst dich an schwierige Phasen und weißt, wie viel Zeit in einem Blatt steckt. Dadurch bewertest du nicht nur das sichtbare Ergebnis, sondern auch deine persönliche Geschichte damit. Eine Kommission kennt diese Geschichte nicht. Sie sieht nur, was vorliegt.
Um die eigene Bewerbungsmappe zu verbessern, solltest du deshalb zunächst Abstand herstellen. Lege alle Arbeiten aus oder betrachte sie in einer verkleinerten digitalen Übersicht. Lies noch keine Erklärungen. Prüfe den ersten Gesamteindruck: Welche Themen wiederholen sich? Welche Arbeiten fallen positiv auf? Wo sinkt die Qualität sichtbar ab? Erkennt man den Studiengang, ohne den Ordnernamen zu lesen?
Diese Distanz ist oft aufschlussreicher als die Betrachtung einzelner Details. Eine Mappe kann aus der Nähe sorgfältig wirken und aus der Übersicht völlig uneinheitlich. Umgekehrt kann eine reduzierte Arbeit in der Gesamtfolge einen wichtigen Ruhepunkt bilden. Gute Auswahl entsteht nicht nur durch Bewertung einzelner Bilder, sondern durch ihr Verhältnis zueinander.
Im nächsten Schritt solltest du jede Arbeit nach ihrer Funktion einordnen. Zeigt sie eine Grundlage? Eine Beobachtung? Eine Idee? Einen Prozess? Eine gestalterische Entscheidung? Eine Anwendung? Wenn fünf Arbeiten dieselbe Funktion erfüllen, brauchst du wahrscheinlich nicht alle. Wenn keine Arbeit eine Entwicklung oder eigenständige Fragestellung zeigt, liegt dort vermutlich eine Lücke.
Ein nützlicher Test besteht darin, jede Arbeit in einem klaren Satz zu beschreiben. Nicht: „Das ist eine Zeichnung von einem Stuhl.“ Sondern: „Hier untersuche ich, wie Sitzfläche, Rücken und menschliche Haltung zusammenwirken.“ Nicht: „Das ist ein Auto.“ Sondern: „Diese Serie entwickelt aus drei Silhouetten unterschiedliche Fahrzeugcharaktere.“ Gelingt eine solche Beschreibung nicht, könnte die Arbeit zu wenig Richtung besitzen.
Dabei geht es nicht um nachträglich erfundene Konzepte. Eine belanglose Arbeit wird nicht stärker, nur weil sie eine komplizierte Erklärung bekommt. Der Satz dient als Prüfung: Ist tatsächlich eine Untersuchung sichtbar, oder existiert sie nur im Begleittext? Gute Arbeiten können meistens ohne lange Rechtfertigung verstanden werden.
Anschließend lohnt sich die Trennung in drei Gruppen:
Behalten: Arbeiten, die fachlich, gestalterisch und im Studiengangskontext überzeugen.
Weiterentwickeln: Ansätze mit Potenzial, deren Idee oder Darstellung noch nicht ausgereift ist.
Entfernen: Arbeiten, die schwächer sind, sich unnötig wiederholen oder nicht zur Bewerbung passen.
Diese Einteilung klingt einfach, ist emotional aber schwierig. Gerade aufwendige Arbeiten landen manchmal in der dritten Gruppe. Das ist kein Verlust der investierten Zeit. Auch eine nicht verwendete Arbeit kann wichtig gewesen sein, weil du dabei eine Technik gelernt oder einen Fehler erkannt hast. Eine Bewerbungsmappe ist jedoch kein Archiv aller Leistungen. Sie ist eine präzise Auswahl für ein bestimmtes Ziel.
Wer nach einer Ablehnung weiterarbeitet, sollte besonders vorsichtig mit blindem Aktionismus sein. Mehr Arbeiten lösen kein Auswahlproblem. Mehr Details lösen kein Konzeptproblem. Eine neue Technik löst keinen fehlenden Studiengangsbezug. Bevor du etwas Neues beginnst, solltest du wissen, welche Lücke damit geschlossen werden soll.
Für Produktdesign könnte eine solche Lücke darin bestehen, dass zwar freie Zeichnungen vorhanden sind, aber kaum Gegenstände untersucht werden. Dann wäre eine kleine Serie zu Alltagsobjekten sinnvoll: beobachten, zerlegen, Funktion erklären, Varianten entwickeln. Für Transportation Design könnte das Problem sein, dass viele fertige Autos gezeigt werden, aber kaum Formfindung. Dann wären Silhouetten, Package, Proportionsstudien und unterschiedliche Perspektiven wichtiger als ein weiteres ausgearbeitetes Rendering.
Wer sich besonders für Fahrzeuge, Mobilität und Innenräume interessiert, findet im Mappenkurs Transportation Interior Design eine fachlich passende Ausrichtung. Dort sollte die Mappe nicht nur Begeisterung für Autos zeigen, sondern Verständnis für Nutzung, Ergonomie, Raum, Funktion und Designprozess.
Ein weiterer Prüfschritt betrifft die Eigenständigkeit. Frage dich, welche Arbeiten nur aus einer Vorlage entstanden sind und welche eine eigene Entscheidung enthalten. Zeichnen nach Referenz ist nicht grundsätzlich schwach. Es kann Beobachtung und Technik trainieren. Für eine Bewerbungsmappe reicht bloßes Kopieren jedoch selten. Eine starke Arbeit verändert, untersucht, kombiniert oder entwickelt etwas weiter.
Das gilt auch für Tutorials. Sie können wertvoll sein, um eine Technik zu verstehen. Das fertige Tutorialergebnis ist aber nicht automatisch eine persönliche Mappenarbeit. Wenn hunderte Menschen denselben Ablauf nutzen, zeigt das Ergebnis kaum etwas über deine Interessen. Entscheidend ist, was du nach der Übung selbst daraus machst.
Eine ehrliche Analyse sollte außerdem die handwerklichen Grundlagen prüfen. Ist die Perspektive stabil? Sind Proportionen nachvollziehbar? Können Formen räumlich aufgebaut werden? Funktionieren Komposition und Kontrast? Wird Material bewusst dargestellt? Sind digitale Arbeiten technisch sauber? Eine gute Idee kann durch schwache Darstellung unverständlich bleiben. Umgekehrt ersetzt technische Perfektion keine Idee.
Die wirksamste Verbesserung entsteht meist aus einer Kombination: Grundlagen gezielt trainieren, eigene Fragestellungen entwickeln und die Auswahl konsequent am Studiengang ausrichten. Diese drei Ebenen sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Eine Mappe braucht weder ausschließlich perfekte Studien noch ausschließlich wilde Experimente. Sie braucht eine glaubwürdige Verbindung aus Können, Denken und Entwicklung.
Bevor du neue Arbeiten planst, können diese Fragen helfen:
- Was soll die Kommission nach dem Durchsehen über mich verstanden haben?
- Welche drei Arbeiten tragen diese Aussage am stärksten?
- Welche Fähigkeit oder Perspektive fehlt noch?
- Welche Arbeit ist nur deshalb dabei, weil ich lange daran gearbeitet habe?
- Welche Aufgabe würde meinen Studiengangsbezug deutlich verbessern?
Aus den Antworten entsteht kein allgemeingültiges Rezept. Das ist auch nicht nötig. Eine gute Mappe sollte nicht wie jede andere aussehen. Sie braucht jedoch eine nachvollziehbare innere Logik.
Für eine erste Orientierung über unterschiedliche Fachrichtungen und deren Vorbereitung eignet sich die Übersicht unserer Mappenkurse für kreative Studiengänge. Sie macht deutlich, dass Produktdesign, Architektur, Illustration, Kommunikationsdesign und weitere Fächer unterschiedliche Schwerpunkte verlangen.
Warum unser Mappenkurs deine Chancen erhöht
Viele Bewerber:innen wissen nach einer Absage nur, dass ihre Mappe nicht gereicht hat. Sie wissen aber nicht, ob das Problem in der Zeichnung, der Idee, der Auswahl, dem Studiengangsbezug oder der Präsentation lag. Genau diese Unschärfe führt häufig dazu, dass beim nächsten Versuch dieselben Fehler in neuen Bildern wiederkehren.
Unser Mappenkurs beginnt deshalb nicht mit der Aufforderung, einfach mehr zu produzieren. Zunächst muss geklärt werden, was bereits vorhanden ist und was die Bewerbung tatsächlich braucht. Eine Produktdesignmappe mit guten freien Zeichnungen benötigt möglicherweise mehr Objektanalyse. Eine Transportation-Design-Mappe mit dynamischen Autos braucht vielleicht bessere Proportionen und nachvollziehbare Entwicklungsprozesse. Eine Illustrationsmappe kann technisch stark sein, aber noch zu wenig erzählen.
Individuelle Korrektur ist dabei zentral. Allgemeine Hinweise wie „Sei kreativer“, „Mach es lockerer“ oder „Zeig mehr Persönlichkeit“ klingen plausibel, liefern aber keinen Arbeitsauftrag. Gute Korrektur benennt konkret, was eine Arbeit schwächt. Sie zeigt beispielsweise, dass ein Objekt nur als Oberfläche behandelt wurde, dass ein Fahrzeugvolumen nicht zur Perspektive passt oder dass eine Serie keine erkennbare Entwicklung besitzt.
Ebenso wichtig ist die Fähigkeit der Dozent:innen, gestalterische Probleme nicht nur sprachlich zu benennen, sondern fachlich nachvollziehbar zu erklären und bei Bedarf vorzumachen. Wer Perspektive unterrichtet, sollte Perspektive zeichnen können. Wer Produktdarstellung korrigiert, sollte Form, Funktion und Konstruktion erkennen. Wer eine Mappe beurteilt, muss zwischen einer gelungenen Übung und einer geeigneten Bewerbungsarbeit unterscheiden können.
„Ich hatte vor dem Mappenkurs viele fertige Arbeiten, aber keine klare Mappe. In der Korrektur wurde sichtbar, welche Bilder sich nur wiederholten und welche Ansätze wirklich zu meinem Studiengang passten. Dadurch habe ich nicht einfach mehr produziert, sondern gezielter gearbeitet.“
Unsere Teilnehmer:innen seit Jahren mit 99 % Erfolgsquote. Diese Quote entsteht nicht dadurch, dass jede Person dieselben Aufgaben bearbeitet. Sie entsteht durch gezielte Vorbereitung, fachliche Korrektur, Studiengangskenntnis und eine Auswahl, die zur jeweiligen Bewerbung passt.
Ein Mappenkurs kann keine Zulassung garantieren und nimmt dir die eigene Arbeit nicht ab. Er kann jedoch verhindern, dass du monatelang in eine falsche Richtung arbeitest. Er hilft dir, Schwächen früher zu erkennen, Aufgaben sinnvoll zu planen und Arbeiten konsequent weiterzuentwickeln. Gerade nach einer Absage ist diese Orientierung wertvoll, weil die nächste Mappe nicht einfach umfangreicher, sondern präziser werden sollte.
Auch das Zeitmanagement verändert sich durch eine klare Strategie. Wenn bekannt ist, welche Grundlagen fehlen und welche Projekte entstehen sollen, lässt sich die Vorbereitung realistisch planen. Dann wird nicht kurz vor der Abgabe hektisch aufgefüllt. Es bleibt Zeit für Recherche, Skizzen, Varianten, Korrektur, Überarbeitung und Auswahl.
Unsere Plätze sind begrenzt, weil individuelle Mappenberatung Aufmerksamkeit und Zeit benötigt. Wer sich auf die nächste Bewerbungsphase vorbereitet, sollte deshalb nicht bis kurz vor den Fristen warten. Eine überzeugende Mappe wächst durch mehrere Arbeits- und Korrekturschleifen.
Du möchtest deine Bewerbungsmappe verbessern und beim nächsten Versuch nicht wieder dieselben Fehler machen?
Häufige Fragen zu abgelehnten und schwachen Bewerbungsmappen
Warum werden Bewerbungsmappe abgelehnt?
Eine Bewerbungsmappe kann aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt werden. Häufig fehlen eine klare Auswahl, Studiengangsbezug, eigenständige Ideen, nachvollziehbare Entwicklung oder ausreichende gestalterische Grundlagen. Auch formale Fehler oder eine unpassende Präsentation können die Bewerbung schwächen.
Bedeutet eine abgelehnte Mappe, dass ich nicht kreativ genug bin?
Nein. Die Ablehnung bezieht sich auf eine konkrete Bewerbung und nicht auf dein gesamtes kreatives Potenzial. Sie zeigt jedoch, dass die eingereichte Auswahl im jeweiligen Verfahren nicht ausreichend überzeugt hat. Deshalb sollte die Mappe vor dem nächsten Versuch fachlich analysiert werden.
Wie kann ich meine Bewerbungsmappe verbessern?
Beginne mit einer Bestandsaufnahme. Prüfe jede Arbeit nach Qualität, Eigenständigkeit, Studiengangsbezug und Funktion innerhalb der Mappe. Entferne Wiederholungen, entwickle starke Ansätze weiter und schließe erkennbare Lücken mit gezielten neuen Projekten.
Braucht eine gute Mappe möglichst viele Techniken?
Nein. Unterschiedliche Techniken sind nur dann sinnvoll, wenn sie zur Idee und zum Studiengang passen. Eine beliebige Mischung aus Malerei, Fotografie, Zeichnung und digitalen Arbeiten wirkt nicht automatisch vielseitig. Wichtiger sind Qualität, Zusammenhang und bewusste Entscheidungen.
Soll ich meine gesamte Mappe nach einer Absage neu machen?
Nicht zwingend. Einige Arbeiten können Potenzial besitzen und weiterentwickelt werden. Andere sollten entfernt werden. Ob ein vollständiger Neustart nötig ist, lässt sich erst nach einer ehrlichen Analyse von Auswahl, Grundlagen und Studiengangsbezug entscheiden.
Wie wichtig sind Skizzen und Prozesse in einer Bewerbungsmappe?
Skizzen und Prozesse können zeigen, wie du beobachtest, Varianten entwickelst und Entscheidungen triffst. Sie sollten jedoch gezielt ausgewählt werden. Eine große Menge ähnlicher Vorzeichnungen ist weniger hilfreich als wenige Seiten, die eine klare Entwicklung nachvollziehbar machen.
Warum ist Studiengangsbezug so wichtig?
Hochschulen wollen erkennen, weshalb du dich für das konkrete Fach bewirbst und ob deine Arbeitsweise dazu passt. Eine Produktdesignmappe sollte beispielsweise andere Schwerpunkte zeigen als eine Illustrations- oder Architekturmappe. Eine identische Mappe für mehrere sehr unterschiedliche Studiengänge ist daher oft zu allgemein.
Lohnt sich ein Mappenkurs nach einer Ablehnung?
Ein Mappenkurs ist besonders dann sinnvoll, wenn du nicht weißt, weshalb deine Mappe abgelehnt wurde oder wie du sie gezielt verbessern kannst. Individuelle Korrektur hilft, wiederkehrende Fehler zu erkennen, die Auswahl zu schärfen und neue Arbeiten passend zum Studiengang zu planen.
Wann sollte ich mit der Überarbeitung beginnen?
Möglichst früh. Eine gute Überarbeitung braucht Zeit für Analyse, Grundlagen, neue Projekte, Varianten und Auswahl. Wer erst kurz vor der nächsten Abgabefrist startet, hat kaum Gelegenheit, aus Korrekturen eine echte Entwicklung entstehen zu lassen.