Mappenkurse

Eignungsprüfung Architektur lösen: Warum nicht das Zeichnen entscheidet, sondern Ihre Herangehensweise

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Jedes Jahr sitzen hunderte Bewerberinnen und Bewerber vor derselben Situation.

 

Sie betreten einen Prüfungsraum, erhalten eine Aufgabe und haben nur wenige Stunden Zeit, ihre Idee überzeugend auf Papier zu bringen.

 

Viele glauben, dass jetzt vor allem zeichnerisches Talent entscheidet.

 

Unsere Erfahrung aus vielen Jahren Vorbereitung auf Architektur-Eignungsprüfungen zeigt jedoch etwas anderes.

 

Die erfolgreichsten Teilnehmer beginnen nicht mit dem Zeichnen.

 

Sie beginnen mit dem Denken.

 

Genau das trainieren wir in unseren Mappenkursen seit vielen Jahren. Deshalb bestehen die allermeisten unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer solche Prüfungen erfolgreich.

 

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wie wir an eine typische Architektur-Eignungsprüfung herangehen, warum ein strukturierter Entwurfsprozess wichtiger ist als perfekte Linien und welche Fehler immer wieder zum Scheitern führen.

Inhaltsverzeichnis

 

 

 

Warum Architektur-Eignungsprüfungen ganz anders funktionieren als viele denken

 

Wer sich zum ersten Mal mit einer Aufnahmeprüfung beschäftigt, stellt sich häufig eine klassische Zeichenaufgabe vor.

 

In Wirklichkeit möchten viele Hochschulen etwas völlig anderes sehen.

 

Sie möchten erkennen,

 

  • wie Sie Probleme analysieren,
  • wie Sie Ideen entwickeln,
  • wie Sie räumlich denken,
  • wie Sie Entwürfe strukturieren,
  • wie Sie Entscheidungen begründen.

 

Eine Architekturzeichnung ist deshalb nie nur eine Zeichnung.

 

Sie dokumentiert Ihren Denkprozess.

 

Genau deshalb beobachten unsere Dozenten seit Jahren denselben Fehler:

 

Viele Bewerber versuchen bereits in den ersten Minuten eine perfekte Reinzeichnung anzufertigen.

 

Dabei wissen sie selbst noch gar nicht, welche Lösung sie eigentlich entwickeln möchten.

 

 

 

Die ersten fünf Minuten sind oft wichtiger als die letzten dreißig

 

In unseren Mappenkursen beginnt nahezu jede Prüfungsaufgabe mit demselben Ablauf.

 

Nicht zeichnen.

 

Nicht konstruieren.

 

Nicht radieren.

 

Zunächst wird gelesen.

 

Anschließend markieren wir wichtige Begriffe.

 

Welche Anforderungen stellt die Aufgabe?

 

Welche Einschränkungen gibt es?

 

Welche Zielgruppe soll angesprochen werden?

 

Welche Funktion muss der Entwurf erfüllen?

 

Erst danach entstehen kleine Skizzen.

 

Diese sogenannten Scribbles dauern oft nur wenige Sekunden.

 

Gerade diese Phase entscheidet darüber, ob später eine überzeugende Lösung entsteht.

 

Wer dagegen sofort eine große Perspektive zeichnet, merkt häufig erst viel zu spät, dass die eigentliche Idee nicht funktioniert.

 

 

Unsere Methode: Vom Problem zur Lösung

 

In unseren Architektur-Mappenkursen arbeiten wir nach einem klaren Prinzip.

 

1. Aufgabe verstehen

 

Die Aufgabenstellung wird vollständig analysiert.

 

2. Ideen sammeln

 

Mehrere kleine Entwürfe entstehen auf einem Blatt.

 

3. Varianten vergleichen

 

Nicht die erste Idee gewinnt, sondern die überzeugendste.

 

4. Hauptentwurf entwickeln

 

Jetzt wird eine Lösung ausgearbeitet.

 

5. Präsentation verbessern

 

Schattierungen, Figuren, Materialien und Erläuterungen machen den Entwurf verständlich.

 

Diese Vorgehensweise hat sich über viele Jahre bewährt.

 

Sie hilft nicht nur in Eignungsprüfungen, sondern später auch im Architekturstudium und im Berufsalltag.

 

 

 

Was Professorinnen und Professoren wirklich sehen möchten

 

Ein häufiger Irrtum lautet:

 

„Je schöner die Zeichnung, desto besser die Bewertung.”

 

Unsere Erfahrung zeigt, dass dies nur ein kleiner Teil der Beurteilung ist.

 

Viel wichtiger sind Fragen wie:

 

  • Ist die Idee nachvollziehbar?
  • Wurde die Aufgabenstellung vollständig verstanden?
  • Ist der Entwurf logisch aufgebaut?
  • Lassen sich Entscheidungen begründen?
  • Zeigt der Bewerber räumliches Vorstellungsvermögen?
  • Entwickelt sich eine eigene gestalterische Haltung?

 

Gerade diese Punkte unterscheiden häufig erfolgreiche Bewerber von denjenigen, die trotz guter Zeichentechnik scheitern.

 

 

Typische Fehler in Architektur-Eignungsprüfungen

Über viele Jahre der Vorbereitung auf Architektur-Eignungsprüfungen haben wir festgestellt, dass sich die häufigsten Fehler kaum verändern. Sie entstehen selten, weil Bewerber zu wenig Talent besitzen – vielmehr fehlt ihnen eine klare Strategie.

Fehler 1: Zu früh mit der Reinzeichnung beginnen

Viele Bewerber möchten möglichst schnell ein schönes Blatt abgeben. Sie beginnen sofort mit einer großen Perspektive und investieren viel Zeit in Details.

Das Problem: Wenn sich später herausstellt, dass die Grundidee nicht überzeugt oder die Aufgabenstellung missverstanden wurde, bleibt kaum Zeit für Korrekturen.

Professionelle Gestalter arbeiten deshalb genau umgekehrt. Zuerst entstehen kleine Ideenskizzen, danach wird die beste Lösung ausgewählt und erst anschließend sauber ausgearbeitet.

 

 

Fehler 2: Nur eine Idee entwickeln

Professorinnen und Professoren interessieren sich nicht nur für das Endergebnis, sondern auch für den kreativen Prozess.

Wer nur eine einzige Lösung präsentiert, zeigt kaum, dass er Alternativen durchdacht hat.

In unseren Mappenkursen entwickeln wir deshalb zunächst mehrere unterschiedliche Ansätze. Oft zeigt sich erst beim direkten Vergleich, welche Idee das größte Potenzial besitzt.

 

 

Fehler 3: Die Aufgabenstellung nicht vollständig beantworten

Ein Entwurf kann zeichnerisch hervorragend sein und trotzdem Punkte verlieren.

Warum?

Weil häufig einzelne Anforderungen der Aufgabenstellung übersehen werden.

Deshalb empfehlen wir unseren Teilnehmern immer dieselbe Reihenfolge:

  • Aufgabenstellung sorgfältig lesen.
  • Schlüsselbegriffe markieren.
  • Anforderungen notieren.
  • Erst danach mit den ersten Skizzen beginnen.

Diese wenigen Minuten sparen später oft wertvolle Prüfungszeit.

 

 

Fehler 4: Zu wenig räumlich denken

Architektur lebt vom Raum.

Trotzdem konzentrieren sich viele Bewerber ausschließlich auf Fassaden oder dekorative Details.

Professorinnen und Professoren möchten jedoch erkennen,

  • wie Räume funktionieren,
  • wie Menschen sich bewegen,
  • wie Licht wirkt,
  • wie Proportionen entstehen,
  • wie Konstruktionen gedacht werden.

Genau deshalb gehören Grundrisse, Schnitte, Perspektiven und kleine Detailskizzen häufig zusammen.

 

 

 

Was wir in unseren Mappenkursen immer wieder beobachten (EEAT)

Seit vielen Jahren begleiten wir Bewerberinnen und Bewerber auf ihrem Weg in ein Architekturstudium.

Dabei fällt auf, dass sich die Ausgangssituationen stark unterscheiden.

Einige zeichnen bereits seit Jahren.

Andere beginnen erst wenige Monate vor ihrer Bewerbung.

Trotz dieser Unterschiede entwickeln sich viele Teilnehmer erstaunlich schnell.

Der Grund liegt nicht ausschließlich im Zeichentraining.

Entscheidend ist die Arbeitsweise.

In unseren Kursen trainieren wir regelmäßig unter realistischen Prüfungsbedingungen:

  • Arbeiten unter Zeitdruck,
  • unbekannte Aufgabenstellungen,
  • Ideenentwicklung,
  • Perspektivzeichnen,
  • räumliches Denken,
  • Präsentation von Entwurfsideen.

Dadurch verlieren viele Teilnehmer ihre Unsicherheit. Aus anfänglicher Nervosität entsteht ein strukturierter Arbeitsprozess, der sich später auch in den tatsächlichen Eignungsprüfungen bewährt.

Gerade deshalb bestehen nach unseren Erfahrungen die allermeisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer solche Prüfungen erfolgreich.

 

 

Architektur studieren – Hochschulen mit Eignungsprüfungen

Viele Hochschulen verlangen neben der Bewerbungsmappe zusätzlich eine praktische oder gestalterische Eignungsprüfung.

Dazu gehören – je nach aktueller Zulassungsordnung – beispielsweise:

Hochschule

Studiengang

TU Dortmund

Architektur

Hochschule Bochum

Architektur

FH Dortmund

Architektur

Hochschule Düsseldorf

Architektur

Hochschule Bielefeld

Architektur

Hochschule Bremen

Architektur

Hochschule Augsburg

Architektur

Universität Innsbruck

Architektur

TU Graz

Architektur

Universität Liechtenstein

Architektur

Die Anforderungen unterscheiden sich zwar von Hochschule zu Hochschule, dennoch prüfen fast alle Einrichtungen ähnliche Kompetenzen:

  • räumliches Denken,
  • Kreativität,
  • Problemlösung,
  • Darstellung,
  • Entwurfsfähigkeit.

Wer diese Grundlagen beherrscht, kann sich deutlich flexibler auf unterschiedliche Aufgaben einstellen.

 

 

 

Fazit

Eine Architektur-Eignungsprüfung ist keine Prüfung für perfekte Zeichner.

Sie ist eine Prüfung für Menschen, die Probleme analysieren, Ideen entwickeln und räumlich denken können.

Genau deshalb beginnt eine überzeugende Lösung nicht mit der Reinzeichnung, sondern mit einer klaren Strategie.

Wer zunächst die Aufgabenstellung analysiert, mehrere Varianten entwickelt und seinen Entwurfsprozess nachvollziehbar dokumentiert, verbessert seine Erfolgschancen erheblich.

Diese Vorgehensweise trainieren wir seit vielen Jahren in unseren Architektur-Mappenkursen – nicht nur für die Aufnahmeprüfung, sondern als Grundlage für das gesamte Architekturstudium.

 

 

FAQ

Muss ich außergewöhnlich gut zeichnen können, um die Architektur-Eignungsprüfung zu bestehen?

Nein. Wichtiger als perfekte Zeichnungen sind räumliches Denken, kreative Ideen und eine nachvollziehbare Herangehensweise.

Wie bereite ich mich auf eine Architektur-Eignungsprüfung vor?

Trainieren Sie regelmäßig unter Zeitvorgaben, bearbeiten Sie frühere Prüfungsaufgaben und üben Sie Perspektiven, Grundrisse sowie die Entwicklung verschiedener Entwurfsideen.

Was bewerten Professorinnen und Professoren besonders?

Neben der zeichnerischen Qualität achten viele Hochschulen auf Kreativität, Problemlösungskompetenz, räumliches Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, Entwurfsideen verständlich zu präsentieren.

Wie wichtig sind Handskizzen?

Handskizzen gehören zu den wichtigsten Werkzeugen im Architekturstudium und im späteren Berufsalltag. Sie helfen, Ideen schnell zu entwickeln und im Gespräch verständlich zu vermitteln.

Kann man Eignungsprüfungen gezielt trainieren?

Ja. Durch das Bearbeiten realer Prüfungsaufgaben, regelmäßiges Zeichentraining und konstruktives Feedback lassen sich sowohl Sicherheit als auch Geschwindigkeit deutlich verbessern.