Mappenkurse

Innenarchitektur: Wie eine gezielte Vorbereitung den Weg ins Studium erleichtert

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Wer Innenarchitektur studieren möchte, merkt häufig erst bei der Recherche zur Bewerbung, dass gute Schulnoten allein nicht ausreichen. Je nach Hochschule können eine Bewerbungsmappe, ein Portfolio, eine künstlerisch-gestalterische Eignungsprüfung oder weitere Auswahlstufen verlangt werden. Das eigentliche Problem beginnt aber schon vorher: Viele Studieninteressierte wissen überhaupt nicht, was eine gute Bewerbungsmappe für Innenarchitektur zeigen soll.

Genau an diesem Punkt setzen wir in unseren Mappenkursen an. Es geht nicht darum, möglichst viele schöne Zeichnungen zu produzieren oder Bewerber:innen einen bestimmten Stil vorzugeben. Eine überzeugende Mappe sollte zeigen, dass jemand beobachten, gestalten, räumlich denken, eigene Ideen entwickeln und diese nachvollziehbar darstellen kann. Dazu gehören zeichnerische Grundlagen ebenso wie Perspektive, Komposition, Konzeptentwicklung, Experiment und die Fähigkeit, eine Idee über mehrere Arbeitsschritte weiterzuentwickeln.

Unsere Erfahrung aus vielen Jahren Mappenvorbereitung zeigt: Die größte Veränderung findet bei Teilnehmer:innen häufig nicht an der Hand statt, sondern im Kopf. Wer zu Beginn fragt „Was soll ich zeichnen?“, sollte im Laufe der Vorbereitung lernen zu fragen: „Was möchte ich untersuchen, gestalten oder erzählen – und welche Darstellung ist dafür die richtige?“ Genau dieser Wechsel ist für eine Bewerbung im Bereich Innenarchitektur entscheidend.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum eine Innenarchitektur-Bewerbung oft unterschätzt wird
  2. Was eine gute Mappe für Innenarchitektur zeigen sollte
  3. Warum Abzeichnen von Pinterest keine Mappenstrategie ist
  4. Wie wir im Mappenkurs Innenarchitektur arbeiten
  5. Zeichnen lernen – aber nicht um des Zeichnens willen
  6. Von der ersten Idee zum eigenen Mappenprojekt
  7. Warum die Vorbereitung auch für das Studium hilfreich ist
  8. Mappenkurse in Bochum, Berlin, Düsseldorf, München, Hamburg und Wien
  9. Häufige Fehler bei der Innenarchitektur-Bewerbung
  10. FAQ zur Bewerbungsmappe Innenarchitektur

 

Warum eine Innenarchitektur-Bewerbung oft unterschätzt wird

Von außen betrachtet erscheint der Weg zunächst einfach: Hochschule auswählen, Bewerbungsbedingungen lesen, einige gute Arbeiten zusammenstellen und die Mappe abschicken. In der Realität kann das Eignungsverfahren deutlich komplexer sein. Ein konkretes Beispiel liefert die Hochschule Mainz: Dort wird zunächst eine Mappe eingereicht. Erst wenn diese als bestanden bewertet wurde, folgt die Einladung zur Eignungsprüfung; nach bestandener Eignungsprüfung kann anschließend die Bewerbung um einen Studienplatz erfolgen. 

Das ist ein wichtiger Punkt, weil er zeigt, welche Bedeutung die gestalterische Eignung im Bewerbungsprozess haben kann. Der Hochschulkompass weist ebenfalls darauf hin, dass gerade in Design- und Kunststudiengängen häufig besondere Eignungs- oder Auswahlverfahren verlangt werden und eine Arbeitsmappe mit eigenen künstlerisch-gestalterischen Arbeiten Teil dieses Nachweises sein kann.

In unseren Mappenkursen erleben wir trotzdem regelmäßig Bewerber:innen, die diesen Prozess zunächst unterschätzen. Manche kommen mit Zeichnungen aus dem Kunstunterricht, andere haben Motive aus dem Internet nachgezeichnet, wieder andere besitzen durchaus zeichnerisches Talent, aber keine Vorstellung davon, wie daraus eine inhaltlich zusammenhängende Mappe entstehen kann.

Das bedeutet nicht, dass diese Arbeiten wertlos sind. Sie erfüllen nur häufig eine andere Aufgabe. Eine Schulzeichnung kann beispielsweise zeigen, dass jemand sauber mit Bleistift schattieren kann. Für eine Bewerbung im Bereich Innenarchitektur stellt sich jedoch zusätzlich die Frage: Was verrät diese Arbeit über die gestalterische Persönlichkeit, das räumliche Denken und die Fähigkeit, eigene Lösungen zu entwickeln?

Genau hier beginnt die eigentliche Mappenvorbereitung.

 

Eine gute Innenarchitektur-Mappe ist keine Sammlung schöner Bilder

Eine Bewerbungsmappe wird schnell missverstanden. Viele denken zunächst an eine Auswahl der „besten Bilder“, die man in den vergangenen Jahren gezeichnet oder gestaltet hat. Das führt häufig dazu, dass vollkommen unterschiedliche Arbeiten nebeneinanderliegen: ein realistisches Auge, eine Bleistiftzeichnung eines Sneakers, ein Porträt, eine Landschaft, vielleicht noch ein Stuhl und ein perspektivisch gezeichneter Raum.

Jede einzelne Arbeit kann handwerklich gut sein. Trotzdem entsteht daraus nicht automatisch eine überzeugende Mappe.

Eine starke Bewerbungsmappe für Innenarchitektur sollte vielmehr erkennen lassen, wie jemand gestalterisch denkt. Eigene Fragestellungen, Beobachtungen, räumliche Untersuchungen, Experimente, Entwürfe und Entwicklungsprozesse sind deshalb besonders wertvoll. Die Mappe wird damit nicht zum Bilderalbum, sondern zu einem Einblick in die Arbeitsweise des Bewerbers.

Auch offizielle Auswahlverfahren verdeutlichen, dass Gestaltung wesentlich mehr umfasst als reine Zeichenfertigkeit. Bei der Bewertung eines Portfolios im Bereich Innenarchitektur und Möbeldesign nennt die Technische Hochschule Rosenheim beispielsweise Kriterien wie die Relevanz präsentierter Themen, Darstellungstechniken, Schlüssigkeit der Konzepte, Struktur und ästhetisches Gespür sowie Raum-, Architektur- und Designverständnis. Das konkrete Dokument bezieht sich auf einen Masterstudiengang und lässt sich deshalb nicht eins zu eins auf Bachelorbewerbungen übertragen; es zeigt aber sehr deutlich, wie breit gestalterische Arbeiten beurteilt werden können. 

Kurz gesagt: Eine gute Mappe zeigt nicht nur, was du kannst, sondern vor allem, wie du denkst und wie du zu deinen Ergebnissen kommst.

 

Warum Pinterest keine Ideenentwicklung ersetzt

Pinterest, Instagram und andere visuelle Plattformen können fantastische Inspirationsquellen sein. Problematisch wird es erst, wenn Inspiration mit eigener Gestaltung verwechselt wird.

Wir sehen bei neuen Teilnehmer:innen immer wieder Arbeiten, bei denen bereits nach wenigen Sekunden erkennbar ist, dass ein populäres Motiv aus dem Internet nachgezeichnet wurde. Oft sind diese Zeichnungen sogar handwerklich ordentlich. Das Problem liegt an einer anderen Stelle: Der wichtigste Teil der gestalterischen Arbeit wurde bereits von jemand anderem erledigt.

Motiv, Perspektive, Ausschnitt, Komposition, Licht, Farbigkeit und häufig sogar der Stil stehen schon fest. Der Bewerber reproduziert das Ergebnis.

Für eine kreative Bewerbung ist aber gerade die eigene Entscheidung interessant. Warum wählst du diesen Raum? Warum diesen Ausschnitt? Warum dieses Material? Warum diese Perspektive? Was möchtest du verändern? Was möchtest du untersuchen? Welche Idee steckt hinter der Arbeit?

Deshalb kann Pinterest durchaus am Anfang einer Recherche stehen. Es sollte aber nicht am Ende des Denkprozesses stehen.

Ein Bewerber, der zwanzig perfekte Pinterest-Zeichnungen reproduziert, kann handwerklich beeindruckend wirken. Ein anderer Bewerber untersucht dagegen beispielsweise Übergänge zwischen privaten und öffentlichen Räumen, dokumentiert Eingangssituationen fotografisch, entwickelt daraus Skizzen, verändert räumliche Strukturen und baut vielleicht ein kleines Modell. Die zweite Position erzählt wesentlich mehr über gestalterisches Denken.

Genau solche Entwicklungen versuchen wir in der Mappenvorbereitung anzustoßen.

 

Was wir im Mappenkurs Innenarchitektur tatsächlich trainieren

Ein guter Mappenkurs sollte aus unserer Sicht keine Fabrik für Bewerbungsarbeiten sein. Wenn am Ende zwanzig Teilnehmer:innen mit zwanzig ähnlich aussehenden Mappen nach Hause gehen, wurde das wichtigste Ziel verfehlt.

Wir möchten das Gegenteil erreichen: Die Teilnehmer:innen sollen lernen, selbstständig gestalterische Entscheidungen zu treffen.

Dafür arbeiten wir parallel auf mehreren Ebenen. Zeichnerische Grundlagen gehören dazu, weil Ideen sichtbar gemacht werden müssen. Perspektive ist wichtig, weil Innenarchitektur ohne räumliches Verständnis kaum denkbar ist. Hinzu kommen Komposition, Proportion, Darstellung, Material, Farbe und verschiedene Möglichkeiten, räumliche Situationen zu untersuchen. Gleichzeitig entwickeln wir Themen und Konzepte, besprechen Arbeiten kritisch und überlegen gemeinsam, welche Richtung für die jeweilige Person sinnvoll ist.

Der Prozess lässt sich vereinfacht so zusammenfassen:

Phase

Ziel

Orientierung

Studiengang und Anforderungen verstehen

Grundlagen

Zeichnung, Perspektive, Raum und Darstellung trainieren

Recherche

Eigene Themen und Interessen entdecken

Konzept

Fragestellungen und Projekte entwickeln

Experiment

Unterschiedliche Lösungen ausprobieren

Vertiefung

Gute Ansätze konsequent weiterentwickeln

Auswahl

Starke Arbeiten erkennen und zusammenstellen

Präsentation

Mappe nachvollziehbar und überzeugend strukturieren

Prüfung

Auf mögliche Aufgaben und Gespräche vorbereiten

Entscheidend ist dabei, dass diese Schritte ineinandergreifen. Man wartet nicht erst, bis man „perfekt zeichnen“ kann, bevor man eigene Projekte entwickelt. Technische Fähigkeiten und konzeptionelles Arbeiten entwickeln sich parallel.

 

Zeichnen ist für Innenarchitektur ein Werkzeug des Denkens

Gerade in der Studiengangswoche Innenarchitektur beschäftigen wir uns intensiv mit perspektivischem Zeichnen. Einpunktperspektive und Zweipunktperspektive gehören zu den Grundlagen, wenn Räume nachvollziehbar dargestellt werden sollen. Aber auch hier ist wichtig: Perspektive ist kein Selbstzweck.

Wer einen Raum zeichnen kann, besitzt ein Werkzeug. Interessant wird dieses Werkzeug erst, wenn damit eine eigene räumliche Idee sichtbar gemacht wird.

In unseren Kursen sehen wir häufig, wie groß der Entwicklungssprung sein kann. Am Anfang wird ein Raum aus dem Bauch heraus gezeichnet. Linien laufen ungefähr in dieselbe Richtung, Fluchtpunkte werden nicht konsequent berücksichtigt, Möbel scheinen im Raum zu kippen. Sobald Horizont, Fluchtpunkte und räumliche Konstruktion verstanden werden, verändert sich nicht nur die Zeichnung. Die Teilnehmer beginnen auch anders zu sehen.

Sie erkennen Raumkanten bewusster, verstehen Proportionen besser und können Entwurfsideen schneller überprüfen. Diese Fähigkeiten sind für die Bewerbungsmappe wertvoll – und sie verschwinden nicht nach der Aufnahmeprüfung.

 

Von der ersten Idee zu einer Arbeit, die wirklich etwas über dich erzählt

Eine der spannendsten Phasen beginnt, wenn ein Teilnehmer nicht mehr fragt, was „gut für die Mappe“ wäre, sondern ein Thema findet, das ihn tatsächlich interessiert.

Vielleicht beschäftigt sich jemand mit engen Räumen. Eine andere Person interessiert sich für Licht und Schatten. Jemand beobachtet Wartebereiche, Treppenhäuser, verlassene Gebäude oder Übergänge zwischen Innen und Außen. Daraus können vollkommen unterschiedliche Projekte entstehen.

Nehmen wir als Beispiel das Thema „Rückzugsort“. Eine oberflächliche Lösung wäre, ein schönes Schlafzimmer aus Pinterest abzuzeichnen. Eine konzeptionelle Bearbeitung beginnt dagegen mit Fragen: Wann empfinde ich einen Raum als geschützt? Welche Rolle spielen Licht, Öffnungen, Materialien oder Proportionen? Wie klein kann ein persönlicher Rückzugsraum sein? Muss er überhaupt geschlossen sein?

Aus diesen Fragen entstehen Skizzen. Vielleicht folgen Fotografien. Danach kleine Modelle aus Papier oder Pappe. Einzelne Varianten werden verworfen, andere weiterentwickelt. Schließlich entsteht eine räumliche Lösung.

Genau dieser Weg ist interessant, weil er Entscheidungen sichtbar macht.

Das fertige Bild ist dann nur ein Teil des Projekts. Die Entwicklung davor zeigt, dass jemand gestalten kann.

 

Warum eine gute Vorbereitung auch nach der Bewerbung wertvoll bleibt

Die Mappe wird abgegeben. Die Eignungsprüfung wird bestanden. Der Studienplatz ist erreicht. War damit alles davor nur Mittel zum Zweck?

Aus unserer Sicht wäre das viel zu kurz gedacht.

Die sinnvollsten Fähigkeiten aus einer guten Mappenvorbereitung sind genau diejenigen, die später im Studium weiter gebraucht werden: beobachten, recherchieren, Ideen entwickeln, Varianten erzeugen, Entscheidungen begründen, räumlich denken, Kritik annehmen, Arbeiten überarbeiten und Konzepte verständlich präsentieren.

Deshalb möchten wir Bewerber:innen nicht lediglich auf einen Prüfungstag vorbereiten. Wer nur lernt, eine bestimmte Art von Aufnahmeaufgabe zu lösen, besitzt nach der Prüfung wenig davon. Wer dagegen gelernt hat, einen gestalterischen Prozess selbstständig aufzubauen, nimmt diese Kompetenz mit ins Studium.

Die Hochschule Mainz beschreibt ihren Bachelor Innenarchitektur innerhalb des Fachbereichs Gestaltung; schon der Bewerbungsprozess trennt Mappenprüfung, Eignungsprüfung und die anschließende Studienplatzbewerbung voneinander. Das verdeutlicht, dass die Auseinandersetzung mit der gestalterischen Eignung ein eigenständiger Bestandteil des Weges ins Studium ist. 

Genau deshalb lohnt es sich, die Vorbereitung ernst zu nehmen – nicht aus Angst vor der Prüfung, sondern weil sie bereits der Einstieg in eine neue Art zu arbeiten sein kann.

 

Präsenz-Mappenkurse an sechs Standorten – und online

Nicht jede Person lernt gleich. Manche brauchen den direkten Austausch im Atelier, möchten Zeichnungen auf dem Tisch ausbreiten und gemeinsam mit einem Dozenten besprechen. Andere wohnen weit entfernt oder können einen Präsenzkurs zeitlich nicht regelmäßig besuchen.

Deshalb bieten wir unsere Mappenvorbereitung an mehreren Standorten an:

Bochum, Berlin, Düsseldorf, München, Hamburg und Wien.

Zusätzlich gibt es für Bewerber:innen, die nicht in der Nähe dieser Standorte wohnen, die Möglichkeit eines Online-Mappenkurses.

Der Standort selbst ist dabei nicht das Entscheidende. Entscheidend ist die kontinuierliche Entwicklung: Arbeiten beginnen, besprechen, korrigieren, weiterdenken und wieder neu präsentieren. Gerade eine Bewerbungsmappe entsteht selten in einem einzigen kreativen Schub. Gute Projekte brauchen Zeit, Umwege und manchmal auch die Erkenntnis, dass eine erste Idee nicht trägt.

 

Die häufigsten Fehler bei der Bewerbung für Innenarchitektur

Nach vielen Jahren Mappenarbeit wiederholen sich bestimmte Probleme erstaunlich regelmäßig. Eines davon ist der zu späte Beginn. Eine Bewerbungsmappe braucht nicht deshalb Zeit, weil jede Zeichnung wochenlang ausgearbeitet werden muss. Sie braucht Zeit, weil Ideen entstehen, getestet, verworfen und verbessert werden müssen.

Der zweite Fehler ist die bereits angesprochene Orientierung an fremden Arbeiten. Wer permanent danach fragt, was andere Bewerber gemacht haben, läuft Gefahr, seine eigene gestalterische Stimme gar nicht erst zu entwickeln.

Der dritte Fehler ist die Konzentration auf reine Technik. Natürlich ist es hilfreich, gut zeichnen zu können. Aber zehn perfekte perspektivische Raumzeichnungen sind nicht automatisch eine spannende Innenarchitektur-Mappe. Technik sollte Ideen transportieren.

Ein weiterer Fehler besteht darin, Hochschulen als austauschbar zu betrachten. Bewerbungsverfahren und Anforderungen können sich unterscheiden. Deshalb sollte vor jeder Bewerbung die aktuelle offizielle Hochschulseite geprüft werden. Der Hochschulkompass weist ausdrücklich darauf hin, dass Fristen für Eignungsprüfungen je nach Hochschule variieren und häufig deutlich vor den normalen Bewerbungsterminen liegen. 

Und schließlich sehen wir immer wieder Bewerber:innen, die ihre Arbeiten erst ganz am Ende erstmals kritisch beurteilen lassen. Das ist schade. Feedback ist besonders wertvoll, solange ein Projekt noch verändert werden kann.

 

Wie früh sollte man mit einer Innenarchitektur-Mappe anfangen?

So früh, dass noch Zeit für Entwicklung bleibt.

Das ist wichtiger als eine pauschale Zahl von Wochen oder Monaten. Wer bereits solide zeichnet, eigene Projekte entwickelt und Erfahrung mit gestalterischen Prozessen besitzt, startet an einem anderen Punkt als jemand, der gerade erst entdeckt hat, dass Innenarchitektur der richtige Studiengang sein könnte.

Wichtig ist außerdem, die Fristen der Wunschhochschulen früh zu prüfen. Eignungsverfahren können deutlich vor der eigentlichen Studienplatzbewerbung stattfinden. An der Hochschule Mainz liegt beispielsweise vor der eigentlichen Studienplatzbewerbung zunächst das Eignungsverfahren mit Mappenprüfung und anschließender Eignungsprüfung. 

Unsere Empfehlung aus der Praxis lautet deshalb: Nicht vom Abgabedatum rückwärts denken und fragen „Wie schnell bekomme ich eine Mappe fertig?“, sondern vom eigenen Entwicklungsstand ausgehen und fragen „Wie viel Zeit brauche ich, um wirklich gute eigene Arbeiten zu entwickeln?“

Das ist ein fundamentaler Unterschied.

 

Mappenkurs Innenarchitektur: Für wen ist eine professionelle Vorbereitung sinnvoll?

Ein Mappenkurs ist nicht nur für Menschen sinnvoll, die „nicht zeichnen können“. Diese Vorstellung greift zu kurz. Gerade zeichnerisch starke Bewerber können Schwierigkeiten haben, eine eigenständige Mappe zu entwickeln, weil Technik und Konzept zwei unterschiedliche Fähigkeiten sind.

Sinnvoll kann eine Begleitung besonders dann sein, wenn du Innenarchitektur studieren möchtest, aber noch nicht einschätzen kannst, was Hochschulen von einer gestalterischen Bewerbung erwarten; wenn du viele einzelne Arbeiten besitzt, aber keinen roten Faden erkennst; wenn du zeichnerische Grundlagen und Perspektive verbessern möchtest; wenn dir eigene Themen und Konzepte fehlen; oder wenn du deine Arbeiten regelmäßig mit erfahrenen Dozenten besprechen möchtest.

Entscheidend bleibt jedoch deine eigene Arbeit. Kein seriöser Mappenkurs kann dir Kreativität abnehmen und niemand sollte deine Mappe für dich gestalten. Gute Vorbereitung schafft vielmehr einen Rahmen, in dem du schneller erkennst, wo deine Stärken liegen, was noch fehlt und wie du deine Ideen konsequenter entwickeln kannst.

Genau darin sehen wir unsere Aufgabe.

 

FAQ: Mappenkurs und Bewerbungsmappe Innenarchitektur

Was gehört in eine Bewerbungsmappe für Innenarchitektur?

Das hängt von den konkreten Anforderungen der jeweiligen Hochschule ab. Grundsätzlich sollte eine Mappe eigene gestalterische Arbeiten zeigen und einen Eindruck davon vermitteln, wie du beobachtest, denkst und entwickelst. Zeichnungen können dazugehören, ebenso konzeptionelle Projekte, räumliche Untersuchungen, Modelle, Fotografien oder andere geeignete Medien. Maßgeblich bleiben immer die aktuellen Vorgaben deiner Wunschhochschule.

Muss ich für Innenarchitektur perfekt zeichnen können?

Nein. Zeichnerische Fähigkeiten sind wichtig, weil Zeichnen ein wesentliches Werkzeug zur Beobachtung und Darstellung räumlicher Ideen sein kann. Eine Bewerbung wird aber nicht allein dadurch überzeugend, dass jede Zeichnung technisch perfekt ist. Konzept, räumliches Verständnis, Beobachtung und individuelle Entwicklung sind ebenfalls entscheidend.

Darf ich Bilder von Pinterest für meine Mappe abzeichnen?

Pinterest kann zur Recherche und Inspiration genutzt werden. Reines Kopieren oder Abzeichnen fremder Gestaltungsideen zeigt jedoch kaum, wie du selbst zu einer gestalterischen Lösung kommst. Für eine Bewerbungsmappe sind eigene Beobachtungen, Fragestellungen und Entwicklungen wesentlich aussagekräftiger.

Brauche ich für jede Hochschule dieselbe Mappe?

Nicht zwangsläufig. Hochschulen können unterschiedliche formale und inhaltliche Anforderungen haben. Prüfe deshalb für jede Bewerbung die aktuell veröffentlichten Vorgaben. Auch Bewerbungsfristen und Eignungsverfahren unterscheiden sich. 

Wie läuft eine Eignungsprüfung für Innenarchitektur ab?

Das Verfahren hängt von der Hochschule ab. An der Hochschule Mainz wird beispielsweise zunächst die Mappe bewertet. Nach bestandener Mappenprüfung folgt die Einladung zur Eignungsprüfung. Erst mit bestandener Eignungsprüfung erfolgt anschließend die Bewerbung um einen Studienplatz. Andere Hochschulen können anders vorgehen. 

Wo bietet die Akademie Ruhr Mappenkurse an?

Die Mappenkurse werden in Bochum, Berlin, Düsseldorf, München, Hamburg und Wien angeboten. Zusätzlich gibt es für Teilnehmer:innen außerhalb dieser Standorte eine Online-Mappenvorbereitung.

Hilft ein Mappenkurs auch später im Innenarchitekturstudium?

Viele Fähigkeiten, die während einer fundierten Mappenvorbereitung trainiert werden, sind auch für das Studium relevant: räumliches Denken, Perspektive, Konzeptentwicklung, Darstellung, Beobachtung, Präsentation, Überarbeitung und der konstruktive Umgang mit Kritik. Der Mappenkurs sollte deshalb nicht ausschließlich auf die Abgabe vorbereiten, sondern gestalterische Grundlagen vermitteln.

Wann sollte ich mit meiner Mappe beginnen?

Sobald dein Studienwunsch konkreter wird. Je früher du beginnst, desto mehr Zeit bleibt für eigene Projekte, Experimente, Korrekturen und Weiterentwicklung. Prüfe außerdem frühzeitig die Fristen deiner Wunschhochschulen, da Eignungsverfahren häufig vor den regulären Bewerbungsterminen stattfinden. 

 

Eine erfolgreiche Mappe beginnt nicht mit der Frage: „Was soll ich zeichnen?“

Nach vielen Jahren Arbeit mit Bewerber:innen ist für uns eine Beobachtung besonders wichtig: Der entscheidende Moment kommt häufig dann, wenn jemand aufhört, ständig nach dem vermeintlich richtigen Mappenmotiv zu suchen.

Dann beginnt Gestaltung.

Aus „Was wollen die Professoren sehen?“ wird langsam „Was interessiert mich eigentlich?“ Aus „Welche Zeichnung sieht professionell aus?“ wird „Wie kann ich meine Idee verständlich darstellen?“ Und aus einer Ansammlung einzelner Bilder entwickelt sich Schritt für Schritt eine persönliche Bewerbungsmappe.

Natürlich gehören Handwerk und Zeichentechnik dazu. Gerade bei Innenarchitektur sind räumliches Zeichnen, Perspektive, Proportion und ein gutes Verständnis von Raum wichtige Grundlagen. Aber sie sind Werkzeuge. Entscheidend bleibt, was du mit ihnen machst.

Wer sich auf ein Innenarchitekturstudium vorbereitet, sollte deshalb nicht versuchen, möglichst schnell eine Mappe „vollzubekommen“. Nutze die Vorbereitung, um genauer hinzusehen, besser zu zeichnen, mutiger zu experimentieren und eigene gestalterische Entscheidungen zu treffen. Genau diese Fähigkeiten brauchst du nicht nur für die Bewerbung. Du wirst ihnen im Studium immer wieder begegnen.


Bilder: Akademie Ruhr