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Editorial Design HAW: Bewerbungsmappe & Mappenkurs-Interview

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Du willst Editorial Design studieren und fragst dich, wie du eine überzeugende Bewerbungsmappe aufbaust – und was dich in der Eignungsprüfung erwartet? In diesem Interview spricht Julia, ehemalige Teilnehmerin der Akademie Ruhr (Standort München), über ihren Weg zur HAW Hamburg: vom Themenfinden bis zum Prüfungstag. Du bekommst konkrete Einblicke in ihren Prozess, typische Fallstricke – und sehr praktische Tipps für deine Bewerbungsmappe Editorial Design.

Akademie Ruhr: Julia, wann wusstest du: „Ich will Editorial Design“ – und warum ausgerechnet die HAW Hamburg?

Julia: Ich wollte Inhalte strukturieren, nicht nur „schön machen“: Typo, Rhythmus, Bildstrecken, Dramaturgie. Die HAW Hamburg hat mich angesprochen, weil Kommunikationsdesign dort sehr konzeptionell gedacht wird. Mir war schnell klar: Ich brauche eine Mappe, die zeigt, wie ich zu Entscheidungen komme – nicht nur fertige Layouts.

Akademie Ruhr: Viele starten mit „15 hübsche Seiten“. Was fehlt da aus Jury-Sicht?

Julia: Editorial Design ist Systemdenken. Die Jury will sehen, ob du eine Idee in eine Serie übersetzen kannst: Rubriken, Hierarchien, Spannungsbogen, Varianten. Ein einzelnes schönes Layout kann Zufall sein – ein konsistentes System ist Können. Im Kurs habe ich gelernt, Projekte so aufzubauen, dass Konzept, Prozess und Ergebnis logisch zusammenhängen und man beim Durchblättern direkt versteht, worum es geht.

Akademie Ruhr: Wie lief deine Vorbereitung im Kurs konkret ab?

Julia: Am Anfang stand ein „Mappen-Check“: Was kann ich schon, was fehlt? Dann haben wir meine Themen geschärft und daraus Projekte gemacht, die editorial funktionieren. Wir haben immer wieder kleine Meilensteine gesetzt: Recherche, Skizzenphase, Typo-Tests, Bildauswahl, Dummy, Drucktest, Finale. Dieses Vorgehen hat mir Sicherheit gegeben – und verhindert, dass ich mich in Details verliere.

Akademie Ruhr: Gab es einen Moment, an dem du gemerkt hast: Jetzt wird’s richtig gut?

Julia: Ja: als ich angefangen habe, zu reduzieren. Ich hatte zuerst zu viele Schriften, zu viele Effekte, zu viel „Ich kann alles“. Das Feedback war dann sehr klar: „Mach’s lesbar. Mach’s entschieden.“ Sobald Typohierarchie und Weißraum saßen, wirkten die Arbeiten auf einmal professionell.

Akademie Ruhr: Du warst bei uns am Standort München. Was war der Vorteil gegenüber „allein daheim“?

Julia: In München war ich automatisch fokussierter. Ich konnte Arbeiten anderer sehen, vergleichen und besser verstehen, wie unterschiedlich Wege sein können – und trotzdem professionell wirken. Außerdem war es super hilfreich, Materialien live zu checken: Papier, Falz, Bindung, Druck. Bei Editorial ist die Haptik oft der unterschätzte Bonus.

„Im Kurs habe ich gemerkt: Meine Mappe muss nicht perfekt sein – sie muss zeigen, wie ich denke.“ – Julia

Akademie Ruhr: Welche Projekte hast du in der Mappe gezeigt – eher Magazine, Bücher, Zines?

Julia: Eine Mischung, aber mit klarer Logik. Ein Projekt war eine kurze Reportage-Serie (Cover, Opener, Doppelseiten, Infoseite), ein anderes stärker typografisch-experimentell, und dazu ein freies Projekt, das meine Bildsprache zeigt. Wichtig war: Alles hat miteinander gesprochen. Gleiche Haltung, aber unterschiedliche Ausprägungen.

Akademie Ruhr: Und wie hast du den roten Faden sichtbar gemacht?

Julia: Mit Inhaltsverzeichnis, konsistenter Typo und kurzen Projekt-Set-ups (Thema, Zielgruppe, Idee). So wirkt die Mappe wie ein Produkt.