Vom Chaos zur Klarheit – Leonies Weg zur Bewerbungsmappe Innenarchitektur
Als Leonie im Oktober zum ersten Mal zu uns kam, bestand ihre Mappe aus allem, was sich in den vergangenen Monaten angesammelt hatte: Zeichnungen, Materialexperimente, Pinterest-Ideen, ein paar Interior-Skizzen, aber ohne erkennbare Struktur. Ein Start, wie ihn viele kennen – voller Motivation, aber ohne Richtung. Doch für eine Mappe im Bereich Innenarchitektur reicht „irgendwie anfangen“ selten aus. Gefragt sind räumliche Sensibilität, ein echtes Gefühl für Materialien und eine klare erzählerische Linie.
Der entscheidende Schritt folgte in der ersten Kurswoche, als wir gemeinsam mit ihr eine tragfähige Leitfrage entwickelten: „Wie verändern Licht und Struktur das Gefühl von Raum?“ Dieser Fokus gab ihrer Arbeit plötzlich Halt. Leonie begann, kleine 2-Punkt-Perspektiven zu zeichnen, Lichtverläufe zu studieren und Materialien in Form von Collagen aus Papier, Draht und Stoff auszuprobieren. Die Verbindung dieser Ansätze – zeichnerisch präzise, materiell experimentell – wurde zum roten Faden ihrer Mappe. Zum ersten Mal wirkte ihr Portfolio nicht mehr wie ein Sammelsurium, sondern wie eine persönliche Forschungsreise, sichtbar, sensibel und authentisch.
Genauso wichtig wie die Entwicklung eines Themas war das Öffnen ihres Prozesses. Viele Bewerber:innen gehen davon aus, dass nur perfekte Zeichnungen in eine Mappe gehören. Hochschulen wie die HAWK Hildesheim aber wollen verstehen, wie jemand denkt. Welche Wege werden ausprobiert? Wie wird mit Fehlern umgegangen? Welche Beobachtungen entstehen unterwegs? Leonie entschied sich bewusst, Skizzen, Überarbeitungen und Varianten mitzunehmen – inklusive kleiner handschriftlicher Notizen zu ihren Perspektivwechseln und Lichtstudien. Dieser Mut zur Transparenz veränderte die Wirkung ihrer Mappe fundamental.
„Ich dachte immer, Fehler würden negativ bewertet“, sagte sie später. „Aber im Kurs habe ich gelernt: Wenn man sehen kann, wie ich arbeite, dann versteht man auch, wer ich bin.“
Zum Abschluss entwickelte sie drei Serien, die ihr Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln erforschten. Die erste beschäftigte sich mit Licht in Bewegung und zeigte kleine Skizzen über wechselnde Tageszeiten hinweg. Die zweite verband Materialcollagen mit perspektivischen Raumkörpern. Und in der dritten Serie rückte sie ihr eigenes Zimmer in den Mittelpunkt und reduzierte es auf Strukturen, Flächen und Stimmungen. Entstanden ist eine leise, aber präzise Mappe – nicht laut, nicht überladen, sondern klar und ehrlich. Genau das überzeugte schließlich die Jury der HAWK.
Worauf die HAWK Hildesheim bei Innenarchitektur achtet
Die HAWK Hildesheim gehört seit Jahren zu den renommiertesten Hochschulen im deutschsprachigen Raum, wenn es um Innenarchitektur, Produktdesign und Color & Material Design geht. Ihre Studiengänge sind stark konzeptionell ausgerichtet; sie erwarten eine ausgeprägte räumliche Vorstellungskraft und ein sensibles Gespür für Material und Atmosphäre.
Im Zentrum steht immer das Zusammenspiel von Idee und Raum. Die Prüfer:innen möchten nicht allein sehen, dass jemand zeichnen kann, sondern wie jemand Raum denkt. Eine überzeugende Mappe zeigt also den Weg von einer ersten Idee bis zu ihrer räumlichen Umsetzung, sie vermittelt Maßstab, Licht und Atmosphäre und zeigt, wie Materialien visuell begriffen werden.
Räumliches Zeichnen gehört dabei selbstverständlich zum Handwerkszeug, ist aber kein Selbstzweck. Technisch perfekte Räume ohne Stimmung wirken schnell leblos. Die HAWK sucht Bewerber:innen, die Raum nicht nur konstruieren, sondern interpretieren – durch Skizzen, Collagen, Mixed-Media-Ansätze und kleine modellhafte Experimente. Entscheidend ist immer die konzeptionelle Begründung: Warum wählt jemand genau diese Ausdrucksform?
Am Ende bewertet die HAWK nicht Perfektion, sondern Haltung. Eine gute Mappe zeigt, dass jemand Fragen stellt: Wie wirkt Raum im Licht? Wie formt Material Bewegung? Was macht eine Atmosphäre aus? Wer diese Fragen sichtbar macht, zeigt Gestaltungsbewusstsein – und genau dieses Bewusstsein ist das wichtigste Entscheidungskriterium der Prüfungskommission.
Warum unser Mappenkurs deine Chancen erhöht
Viele glauben, eine Innenarchitektur-Mappe entstehe vor allem durch Zeichnen. Tatsächlich ist Methodik der entscheidende Unterschied zwischen zufälligen Ergebnissen und einer überzeugenden Bewerbungsmappe. Im Mappenkurs Innenarchitektur der Akademie Ruhr begleiten wir dich dabei, deine Arbeitsweise Schritt für Schritt zu professionalisieren – so, dass du frei gestalten kannst, ohne die Anforderungen der Hochschulen aus dem Blick zu verlieren.
Unsere Arbeit gliedert sich in klare Phasen: Orientierung, Serienentwicklung, Kuratieren und Präsentation. Du lernst, räumlich zu sehen, Perspektiven zu verstehen und Licht, Material und Maßstab bewusst einzusetzen. Gleichzeitig übst du mit verschiedenen Materialien – von Zeichnung über Collage bis hin zu kleinen Modellen – und lernst, wie du Arbeiten professionell scannst und präsentierst.
Regelmäßige Reviews sorgen dafür, dass du nicht im eigenen Tunnel bleibst. Jede Woche erhältst du konkrete To-dos, bevor wir in einer Prüfungssimulation testen, wie deine Mappe im Hochschulkontext wirkt. Auch technische Standards wie PDF-Formate, sRGB, Weißraumführung und Lesepfade trainieren wir so, wie sie in vielen Hochschulen eingefordert werden.
Der Erfolg spricht für sich: Seit Jahren erhalten über 99 Prozent unserer Teilnehmer:innen eine Studienplatzzusage – darunter regelmäßig im Fach Innenarchitektur an Standorten wie Hildesheim, Detmold und Coburg.
Leonie beschreibt ihren Weg so:
„Ohne den Kurs hätte ich mich nie getraut. Ich habe verstanden, dass meine Mappe nicht perfekt sein muss – sondern persönlich. Der Kurs hat mir Struktur gegeben, aber auch den Mut, meine Räume zu fühlen, nicht nur zu zeichnen.“
Tipps & typische Fehler – speziell für Innenarchitektur
Eine Bewerbungsmappe für Innenarchitektur verlangt Zeit und Reflexion. Wer früh beginnt, entwickelt ein Thema, statt nur Zeichnungen zu sammeln. Räume sollten nicht als flache Ansichten verstanden werden, sondern als Geschichten, die Material, Licht und Atmosphäre miteinander verweben. Beobachte Materialien im Alltag – Stoff, Holz, Glas – und wie sie sich im Licht verändern. Hab Mut zur eigenen Handschrift: Eine lebendige Linie überzeugt mehr als technisch perfekte Leere. Und suche Feedback. Ein erfahrener Blick von außen erkennt sofort, ob deine Mappe reflektiert, klar und gestalterisch bewusst aufgebaut ist.
FAQ – Häufige Fragen zum Thema Innenarchitektur-Mappe
Wie wichtig ist räumliches Zeichnen?
Sehr – es zeigt, dass du Raum denken kannst. Skizzen in Perspektive (z. B. 2-Punkt-Perspektive) sind Pflicht, aber kombiniert mit Materialexperimenten noch stärker.
Wie viele Arbeiten sollte die Mappe enthalten?
In der Regel 15–25, davon mehrere Serien mit Prozessnachweisen. Qualität vor Quantität.
Muss ich perfekt zeichnen können?
Nein. Ausdruck, Konzept und räumliches Verständnis zählen mehr als Technik. Unsere Dozent:innen helfen dir, genau das sichtbar zu machen.
Wie bereite ich mich auf die Eignungsprüfung an der HAWK vor?
Übe schnelle Raumskizzen, konzeptionelles Denken und Präsentation. Simuliere die Prüfungssituation – z. B. in unseren Kursen.
Wie kann ich mich anmelden?
Über das Online-Formular auf unserer Website – Plätze sind begrenzt.
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Dein Traumstudium beginnt mit einer klaren Mappe – und dem richtigen System.
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