Warum Präsentation mitschreibt, was du bist
Prüfer:innen bewerten nicht nur das Bild, sondern dein Denken im Bild. Präsentation ist der Ort, an dem Denken sichtbar wird: Wie sortierst du? Was betonst du? Wovon nimmst du bewusst Abstand? Drei Perspektiven helfen beim Verständnis:
1) Die inhaltliche Perspektive – Dramaturgie statt Durcheinander
Eine Mappe ist kein Archiv, sondern ein Argument. Die Reihenfolge deiner Arbeiten muss einen Sinnverlauf erzeugen: Einstieg (klare Handschrift), Verdichtung (Serienkern, Variationen), Kontrast (andere Perspektive/Technik), Schluss (prägnanter Punkt). Wer alles mischt, sendet die Botschaft „Ich kann vieles ein bisschen“ – wer kuratiert, zeigt „Ich entscheide bewusst“.
2) Die formale Perspektive – Sauberkeit ist Respekt
Schlieren, Schatten, schiefe Beschnitte, flirrende Handyfotos, Eselsohren: All das sagt „Mir ist es egal“. Saubere Scans (300–600 dpi), verlässliche Farbigkeit (sRGB), einheitliche Ränder, klare Seitentitel und eine nachvollziehbare Benennung („Nachname_Vorname_Mappe.pdf“) sagen: „Ich nehme meine Arbeit ernst.“
3) Die psychologische Perspektive – Ruhe schafft Vertrauen
Präsentation strukturiert Wahrnehmung. Weißraum ist kein Platzverlust, sondern Atem. Klare Gruppen statt Flickenteppich signalisieren: „Ich habe Überblick.“ Ein roter Faden beruhigt die Jury. Und Ruhe ist die Währung, wenn 100 Mappen an einem Tag beurteilt werden.
Prinzip aus unserem Kurs: Sehen – Analysieren – Zeichnen heißt für die Präsentation: Sehen (alle Arbeiten auslegen) → Analysieren (Gruppen, Stärken, Brüche) → Zeichnen/Setzen (Lesepfad festlegen, Leerseiten/Weißraum planen). Diese Systematik trainieren wir methodisch in Übungen und Skizzenbuch-Routinen.
Vom Sammeln zum Kuratieren – der Weg zur lesbaren Mappe
Die häufigste Ursache für eine „schlampige“ Präsentation ist nicht Unordnung, sondern fehlende Entscheidungen. Der Weg aus der Sammelfalle:
1) Rohsicht herstellen
Lege alle Arbeiten nebeneinander: Tisch, Boden, Pinnwand. Kein Sortieren, nur Sehen. Markiere mit Post-its die zwingenden Blätter (ohne die deine Sprache bricht) und die vagabundierenden (stark, aber nicht dienlich).
2) Serien bilden
Drei bis fünf Serien-Cluster (3–7 Blätter) sind stärker als 20 Einzelbilder.
Serienlogik: Annäherung → Kern → Variation/Kontrast.
Ein Beispiel:
Annäherung: Hände im Alltag (Beobachtung, Linienrhythmus)
Kern: „Hände & Nähe in kleinen Räumen“ (3 Blätter, gleicher Duktus)
Variation: Reduktion auf Schattenformen / grafische Flächen
3) Lesepfad definieren
Schreibe für jede Serie einen Satz: „Diese Serie zeigt, wie ich Nähe über Linienrhythmus strukturiere.“ Wenn dir der Satz nicht gelingt, stimmt die Serie nicht oder die Reihenfolge sitzt nicht.
4) Kill-your-darlings üben
Frage für jedes Blatt: „Wird die Serie klarer, wenn es fehlt?“ Wenn ja, raus. Das ist kein Verlust, sondern kuratorische Stärke.
5) Digital denken – analog fühlen
Auch die PDF-Mappe muss wie eine Ausstellung wirken: Ein Thema pro Seite, keine Bildflut, konsistenter Weißraum, Nummerierung. Exportiere testweise „low“ (für Mail) und „high“ (Bewerbungsportal). Benennung, Größe, Reihenfolge — vor der Deadline prüfen.
6) Statement minimal
3–5 Sätze genügen: Leitfrage, Vorgehen, Entscheidung. Kein Roman, keine Ausreden. Die Bilder sprechen – dein Text ordnet.
Pro-Tipp: Sichere dir früh einen Kurs- oder Beratungsslot für ein Review deiner Präsentation. Wir bieten strukturierte Mappenbesprechungen, in denen Lesepfad, Weißräume, Reihenfolge und PDF-Technik gemeinsam finalisiert werden (Standorte & Termine siehe Kursseiten).
Warum unser Mappenkurs deine Chancen erhöht
Der Mappenkurs Akademie Ruhr ist mehr als Techniktraining. Er ist ein Kuratier-Labor: Du lernst, aus Material Bedeutung zu formen. Das beginnt bei der Motivwahl, geht über Iterationen und endet bei einer Präsentation, die deine Haltung lesbar macht.
So arbeiten wir – kompakt:
Klarer Prozess: Orientierung → Serie → Kuratieren → Präsentation/Simulation.
Feedback-Schleifen: Wöchentliche WIP-Runden + 1:1-Korrekturen zur Präsentation (online/analog).
Präsentations-Handwerk: Scan-Workflow (300–600 dpi), sRGB, saubere Beschnitte, PDF-Export, Benennung.
Dramaturgie-Coaching: Abstände, Reihenfolge, Ruhepunkte, Kontraste.
Gesprächs-Training: 3-Minuten-Pitch, Q&A – vor der Abgabe.
Ergebnis: Seit Jahren > 99 % Studienplatzerfolge unserer Teilnehmer:innen – weil Inhalt + Präsentation zusammenkommen.
Testimonial – Lea (20), Essen:
„Ich hatte gute Zeichnungen, aber meine Mappe wirkte wie ein Schuhkarton. Im Kurs haben wir erst Gruppen gebildet, dann Weißräume gesetzt, dann das PDF geordnet. Es waren dieselben Arbeiten – aber mit Haltung. Ich wusste plötzlich, warum Blatt 2 an den Anfang muss. Die Zusage kam zwei Wochen später.“
Tipps & Fehler vermeiden – die Kurz-Matrix für sofortige Klarheit
Top-Tipps (heute umsetzbar)
- Ein Thema pro PDF-Seite (Serienblätter dürfen nebeneinander, aber mit konsistentem Abstand).
- Konstante Ränder (oben/unten/links/rechts identisch, kein „Schwimmen“).
- Formate vereinheitlichen (analog: gleiches Blattmaß; digital: konsistente Seiten).
- Weißraum als Werkzeug (Ruhe schaffen, Blick lenken).
- Serienbeginn „einfach“ (verständliches Blatt, das die Sprache setzt).
- Letztes Blatt „prägnant“ (Kontrast, Verdichtung oder ruhiger Schlusspunkt).
- PDF-Hygiene: 300 dpi, sRGB, < 50 MB (falls nicht anders gefordert), sprechende Benennung, testweises Durchblättern.
Häufige Fehler (und Gegenmittel)
- Zu viele Einzelbilder → Serien bilden, Doppellungen streichen.
- Alles mittig klatschen → Abstände begründen, Rhythmus variieren.
- Schiefe Scans/Handyfotos → Planlage, Scan-App mit Raster, Beschnitt nach Kante.
- Texte erdrücken Bilder → 3–5 Sätze pro Serie, nicht pro Blatt.
- Kein Lesepfad → Reihenfolge laut erklären; wenn’s holpert, stimmt die Dramaturgie nicht.
- Last-Minute-Export → Technik mindestens eine Woche vorher testen.
Präsentations-Sprint: 7 Tage bis zur lesbaren Mappe
Tag 1: Rohsicht (alles auslegen), Zwangsblätter markieren, „Vagabunden“ parken.
Tag 2: Serien bilden (3–5 Cluster), je Satz formulieren.
Tag 3: Reihenfolgen testen (Annäherung/Kern/Kontrast), Weißräume setzen.
Tag 4: Scan-/Foto-Tag (alles in gleicher Qualität), Beschnitte vereinheitlichen.
Tag 5: PDF-Komposition (Ein Thema pro Seite, Nummerierung, sRGB).
Tag 6: Peer-Review (3 Fragen: Was versteht man sofort? Wo bricht’s? Welches Blatt stört?) → To-dos.
Tag 7: Feinschliff + 3-Minuten-Pitch, PDF final exportieren (Dateiname prüfen).
FAQ – Häufige Fragen zum Inhalt einer Bewerbungsmappe
Wie viele Arbeiten gehören in die Mappe?
Oft 15–25. Entscheidend ist Serienstärke und ein klarer Lesepfad – nicht bloße Menge.
Ist Weißraum nicht „verschenkter Platz“?
Nein. Weißraum strukturiert, schafft Ruhe und lenkt den Blick. Er ist Gestaltung, kein Lückenfüller.
Darf ich Prozess zeigen?
Unbedingt. Skizzen/Varianten sind Belege für Denken und Entscheidung – kuratiert, nicht ungefiltert.
Wie wichtig ist die Datei-Technik?
Sehr. Einheitliches Format, sRGB, 300 dpi, Dateigröße gemäß Vorgaben und klare Benennung sind Mindeststandard.
Hilft eine professionelle Mappenberatung wirklich?
Ja. Externe Augen erkennen Redundanz, Brüche und Formfehler schneller und zielgerichteter. In unserer Mappenberatung Bewerbungsmappe bekommst du klare To-dos und testest den Lesepfad vor der Abgabe.
Deine Arbeiten sind stark – gib ihnen die Bühne, die sie verdienen.
Unsere Winter-/Frühlingskurse mit individueller Mappenberatung Bewerbungsmappe sind limitiert.